Bernhard Fuchs Menschenporträts in der Kunsthalle Krems

Bis gestern Sonntag den 4. Juli ging die kleine Fotoausstellung über die Menschen Porträts von Bernhard Fuchs in der Kremser Kunsthalle. Sie stand zwar im Schatten der grossen Ausstellung von Paula Modersohn Becker einen Stock höher, ist aber meiner Meinung nach auch Wert ausreichend beachtet zu werden. Bernhard Fuchs fotografiert gerne Menschen. Die meisten seiner [...]

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Bis gestern Sonntag den 4. Juli ging die kleine Fotoausstellung über die Menschen Porträts von Bernhard Fuchs in der Kremser Kunsthalle.

Sie stand zwar im Schatten der grossen Ausstellung von Paula Modersohn Becker einen Stock höher, ist aber meiner Meinung nach auch Wert ausreichend beachtet zu werden.

Bernhard Fuchs fotografiert gerne Menschen. Die meisten seiner Bilder wurden in der freien Natur geschossen. Er zeigt Menschen bei der Wald und Feldarbeit. Ebenso gerne Kinder vom Land in schmutziger Kleidung. Im Hintergrund kann man die wunderschöne Landschaft des Mühlviertels bewundern, oder die weniger ansehnlichen Hinterhöfe des Ruhrgebietes, die allerdings auch ihren eigenen Charme versprühen können. Das ist die Welt von Bernhard Fuchs.

Diese Fotos hinterliessen einen starken Eindruck bei mir. Für einen kurzen Moment zeigen sie das Leben eines bestimmten Menschen. Wie viel und lange könnte nur einer dieser abgebildeten Personen über sein Leben sprechen? Doch diese Möglichkeit bietet sich in dieser Ausstellung nicht. Man erhascht nur einen kurzen Augenblick und muss sich damit zufrieden geben, und sich den Rest in seiner Fantasie ausmalen. Die meisten dieser Fotos wurden Mitte der 90er Jahre gemacht. Man erkennt den damals typischen Haarschnitt, die Bekleidung, und denkt sich zwangsläufig was man damals selber so getrieben hat. Im Jahre 1995, zum Beispiel.

Es ist im Vergleich zur Hauptausstellung in der Kremser Kunsthalle nur ein kleiner Raum mit nicht übertrieben vielen Bildern. Dennoch haben mir die Werke von Bernhard Fuchs bedeutend besser gefallen als die Gemälde von Paula Modersohn Becker.

In der Broschüre über die Ausstellungen in Krems ist über Bernhard Fuchs zu lesen, dass der Mensch im Mittelpunkt seiner Werke steht. Das ist auch nicht zu bestreiten. Ebenso wird angemerkt dass er Menschen gerne in ihrer alltäglichen Umgebung darstellen möchte. Seine Arbeiten zeichnen sich durch das Zusammenspiel einer bewussten Formgebung, die in einem strengen Bildaufbau zum Ausdruck kommt, und eine psychologische Analyse der Porträtierten aus. Die Aufnahmen sind behutsam und harmonisch komponiert und wirken auf Grund ihrer Natürlichkeit glaubwürdig und nicht inszeniert, ist weiters zu lesen. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Bernhard Fuchs ist ein begnadeter Fotokünstler. Ich werde mir seinen Namen bestimmt merken.

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Titelbild: Vinicius Tupinamba | Agency: Dreamstime.com