Paula Modersohn Becker in der Kunsthalle Krems

Es war ein heisser Donnerstag Nachmittag im Kremser Vorort Stein. Als ich mich mit kleinen Schritten zur Kremser Kunsthalle bewegte, sah ich schon die ersten Wolkenfelder am Himmel. Ein Unwetter kündigte sich langsam aber sicher an. Trotzdem liess ich mich aber nicht davon abhalten der Kremser Kunsthalle einen Besuch abzustatten. Der Eintrittspreis betrug 11 Euro [...]

kunsthalle kremsEs war ein heisser Donnerstag Nachmittag im Kremser Vorort Stein. Als ich mich mit kleinen Schritten zur Kremser Kunsthalle bewegte, sah ich schon die ersten Wolkenfelder am Himmel. Ein Unwetter kündigte sich langsam aber sicher an. Trotzdem liess ich mich aber nicht davon abhalten der Kremser Kunsthalle einen Besuch abzustatten.

Der Eintrittspreis betrug 11 Euro und umfasste auch den Eintritt in das gegenüberliegende Karikaturmuseum. Der Weg in den ersten Stock der Kunsthalle ging über einen flachen stufenlosen Aufgang. Barrierefrei, denke ich mir und schreite zielbewusst den Ausstellungsräumlichkeiten entgegen. Einer gewissen Paula Modersohn Becker wurde diese Ausstellung gewidmet. Noch nie hatte ich von diesem Namen gehört. Ich konnte mir auch absolut nichts über ihre Werke vorstellen. Das sollte sich aber jetzt ändern.

Gleich im ersten Raum werde ich darüber aufgeklärt dass die Künstlerin schon sehr bald im Alter von 31 Jahren verstorben ist. Am Ende des Jahres 1907 hatte sie die Geburt ihrer ersten Tochter nicht verkraftet und starb an einer inneren Blutung. Zumindest blieb ihr der 1. Weltkrieg erspart, denke ich mir während ich die ersten Ausstellungsstücke an den Wänden einer kritischen Betrachtung unterziehe. Auf ihren Gemälden sind überwiegend Porträts von Menschen zu sehen. Die abgebildeten Menschen weisen meist einen sehr ernsten Gesichtsausdruck auf. Lachen so gut wie nie. Woran das liegen mag? Ich kann allerdings in den Bildern nichts besonderes entdecken. So weit reicht mein Kunstverständnis dann nicht aus.

In einem Informationsblatt über die Künstlerin heisst es: “Paula Modersohn Becker gilt als die grosse Wegbereiterin der Moderne. Ebenso zählt sie zu den bedeutensten Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Paula Modersohn Becker entwickelte neue Wege formaler Gestaltungsprinzipien. Sie schafft es die Reduktion komplexer Welten in eine einfache bildnerische Form zu bringen.” Klingt zwar etwas geschwollen, steht aber so geschrieben. Kann ich eigentlich auch bei jeder anderen Zeichnung behaupten, dass eine komplexe Welt auf eine einfache bildnerische Form reduziert wurde.

Die Ausstellung hatte ich mehr oder weniger schnell abgeschritten. Von den Bildern her konnte ich als Laie nichts besonders entdecken oder abgewinnen. Interessant war für mich nur die Zeit in der die Bilder gemalt wurden. Ein besonderes Augenmerk lag daher nur auf die porträtierten Personen und deren Kleidung und Frisur. Die Landschaftsbilder konnten in mir überhaupt keine Freude auslösen. Gegen Ende der Ausstellung beachtete ich sie kaum noch.

Ich würde sagen es war nett und interessant die Bilder von Paula Modersohn Becker einmal gesehen zu haben. Mehr aber nicht. Erwähnenswert ist aber noch die Tatsache dass die Künstlerin die erste war die sich selber nackt gemalt hat. So etwas hatte es vorher in der Kunstgeschichte noch nie gegeben.

Die Ausstellung wurde am 4. Juli 2010 beendet, und galt als die erste der verstorbenen Künstlerin in Österreich.

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Titelbild: Vinicius Tupinamba | Agency: Dreamstime.com